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Digitales Recruiting bei dauerhaften Vakanzen – Learnings aus der Praxis

10:20 – 10:50 Uhr Christine Böck Parallelsession · Block 1
Christine Böck

Christine Böck

Gründerin und kreativer Kopf · GIZZImedia GmbH

Christine Böck ist Expertin für digitales Recruiting. Als Gründerin und kreativer Kopf der GIZZImedia GmbH hat sie 2015 Zustellerkom mit dem Jobportal zustellerkom.de im Markt eingeführt. Das Team der GIZZImedia hilft Unternehmen mit dauerhaften Vakanzen, nachhaltig sichtbar zu sein und Mitarbeiter zu finden.

Darum geht's – drei Leitfragen

  • Ist Social-Recruiting out?
  • Menschen, Medien, AI – welche aktuellen Erkenntnisse helfen uns für die Zukunft?
  • Was hält uns auf Kurs und entscheidet darüber, ob wir beim digitalen Recruiting erfolgreich sind?

Die wichtigsten Erkenntnisse

1

Social Media ist Buchhaltung – nicht Praktikantenjob

30 Jahre nach dem Start von Social Media ist es Zeit für eine Neubewertung: Social Media gehört als kaufmännischer Prozess in die Unternehmensstruktur – so wie Buchhaltung. Die Stelle des Social-Media-Managers ist eine „eierlegende Wollmilchsau" mit viel zu vielen Kompetenzen. Christine Böcks Ansatz: Den kreativen Teil vom kaufmännischen trennen und das Digitale Marketing als festen Bestandteil in die Organisation integrieren. Schluss mit Ferienjobs und Praktikanten-Lösungen, die zu ständigen Redundanzen führen – weil ohne Erfahrung die Struktur fehlt und man immer wieder von vorne anfängt.

2

Story vor Design – das Pferd von vorne aufzäumen

Viele Unternehmen starten beim digitalen Recruiting mit dem Design oder dem Kanal – „Lasst uns mal ein TikTok-Reel machen!" Das ist, als würde man das Pferd von hinten aufsatteln: Ohne Trense läuft es davon und man rennt hinterher. Christine Böcks klare Reihenfolge: Erst die Geschichte, dann das Design, dann der Kanal. Wer von der Story kommt, hat einen nachhaltigen Erzählstrom. Wer vom Kanal kommt, dem geht ständig der Stoff aus – und fängt immer wieder von vorne an.

3

Social Recruiting ist nicht out – die Spielregeln ändern sich

Die klare Antwort auf die Eingangsfrage, basierend auf 15.000 geschalteten Anzeigen pro Monat: Nein, Social Recruiting ist nicht out. Es bleibt ein fester Bestandteil. Was sich ändert, sind die Spielregeln, die Kanäle und die Budgetverteilung. Die Herausforderung: Jeden Monat entscheiden, auf welchen Zug man aufspringt und welchen man fahren lässt. Dabei nicht beirren lassen – nicht von der Gartenparty-Meinung („Katharina sagt, Facebook ist out"), nicht von Agenturen, die „AI Recruiting" als Ablösung verkaufen. Es kommt immer auf die Zielgruppe an, nicht auf den Hype.

4

AI-Tools konsolidieren statt Dauertesten

Was Social Media 30 Jahre brauchte, hat AI in drei Jahren geschafft. Die Folge: ein Überangebot an Tools, das verrückt macht. Christine Böcks Empfehlung: bewusst konsolidieren. Bestimmte Systeme auswählen, integrieren – und dann dabei bleiben. Für jeden Schwerpunkt das passende Tool (z. B. ein AI-Tool für Animation, ein anderes für Textgenerierung), aber nicht fünf neue pro Woche testen. AI ist wie Buchhaltungssoftware: ein Werkzeug, das in die Struktur gehört – kein Spielplatz, der vom eigentlichen Geschäft ablenkt.

5

Was durchs digitale Recruiting trägt: Struktur, Strategie, Contentplan

Die Orientierung im digitalen Recruiting kommt nicht von einzelnen Kampagnen, sondern von drei Ankern: einer optimalen Struktur, einer klaren Strategie und einem durchgehenden Contentplan. Der Contentplan ist das Wichtigste – er verhindert, dass man immer wieder von vorne anfängt und dass das Thema ermüdet. Auch wichtig: Nicht nur posten, wenn eine Stelle frei ist. Ein „Grundrauschen" als Arbeitgeber aufrechterhalten – selbst bei 50 Mitarbeitenden ohne aktuelle Vakanz. Und: erkennen, was man gut macht, statt alles ständig in Frage zu stellen.

Handlungsimpulse

  • Schreibe die drei bis fünf Geschichten auf, die euer Unternehmen wirklich ausmachen – über Produkte, Team, Kunden. Das ist euer Content-Fundament, bevor ihr über Kanäle nachdenkt.
  • Prüft, ob euer Social-Media-/Recruiting-Prozess als feste Struktur in der Organisation verankert ist – oder ob er bei jedem Personalwechsel wieder bei null anfängt.
  • Macht eine ehrliche Bestandsaufnahme eurer AI-Tools: Wie viele nutzt ihr aktiv, wie viele testet ihr nur? Konsolidiert auf das, was wirklich in den Prozess passt.

Key Takeaways

  • Social Recruiting ist nicht out – aber die Spielregeln, Kanäle und Budgets verändern sich ständig.
  • Story vor Design vor Kanal – wer die Reihenfolge umdreht, fängt immer wieder von vorne an.
  • Social Media und digitales Recruiting gehören als kaufmännischer Prozess in die Unternehmensstruktur – wie Buchhaltung.
  • Ein stabiler Contentplan, eine klare Strategie und ein Grundrauschen als Arbeitgeber tragen durch die Veränderung.

Reflexionsfragen für deinen Alltag

  • Habt ihr einen Contentplan, der auch ohne aktuelle Vakanz funktioniert – oder postet ihr nur, wenn ihr jemanden sucht?
  • Woher kommen eure Kanalentscheidungen: aus Daten und Zielgruppenanalyse – oder aus Bauchgefühl und Trends?
  • Welche Geschichte könnte euer Unternehmen erzählen, die bisher noch nicht erzählt wird?

Präsentation

Digitales Recruiting – GIZZImedia

PDF-Präsentation · 17 Slides

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