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Viel gelernt – wenig umgesetzt? Wie digitale Impulse Lernen im Alltag wirksam machen

11:00 – 11:30 Uhr Ute Nunnenmacher & Vanessa Meister Parallelsession · Block 2
Ute Nunnenmacher Vanessa Meister

Ute Nunnenmacher & Vanessa Meister

pingworks & leanways GmbH

Ute Nunnenmacher arbeitet als Leadership Coach und Organisationsentwicklerin mit langjähriger Erfahrung in Workplace Learning. Vanessa Meister begleitet als Leadership Coach Führungskräfte und Teams in dynamischen, oft durch Veränderung geprägten Kontexten.

Darum geht's – drei Leitfragen

  • Warum verpuffen viele Trainings trotz guter Inhalte?
  • Wie bringen wir Lernen mithilfe digitaler Impulse in den Arbeitsalltag?
  • Was braucht es, damit Wissen im richtigen Moment verfügbar und nutzbar ist?

Die wichtigsten Erkenntnisse

1

Der Engpass ist nicht Wissen – sondern Umsetzung

Wissen ist überall verfügbar. Trainings liefern gute Inhalte, Teilnehmende sind motiviert und verstehen, was vermittelt wird. Und trotzdem: Zurück im Alltag fällt alles hinten runter. Ute Nunnenmacher und Vanessa Meister erleben das seit Jahren in ihrer Arbeit als Coaches und Trainerinnen – selbst bei mehrteiligen Programmen mit engagierten Führungskräften. Die Folge: sinkende Akzeptanz für Weiterbildung, Zweifel am Return on Invest, und Learning & Development wird als Kostenfaktor wahrgenommen statt als Investition.

2

Drei Gründe, warum Trainings verpuffen

Der Alltag gewinnt aus drei konkreten Gründen: Erstens: Voller Kalender. Zurück im Tagesgeschäft fehlt schlicht die Zeit für Reflexion – man hetzt von Termin zu Termin. Zweitens: Keine Wiederholung. Was einmal gehört wird, bleibt nicht hängen. Für echte Verhaltensänderung braucht es Wiederholungen, bis sich etwas automatisiert – wie im Sport. Drittens: Die fehlende Brücke. Wenn der Moment kommt, in dem das Gelernte anwendbar wäre, erkennen viele gar nicht, dass genau jetzt die Gelegenheit da ist. Die Verbindung zwischen Theorie und konkreter Situation im Alltag fehlt.

3

Effektives Lernen: klein, konkret, direkt im Arbeitsalltag

Basierend auf den Konzepten von Josh Bersin und Julie Dirksen formulieren Ute Nunnenmacher und Vanessa Meister drei Prinzipien: Effektives Lernen passiert direkt im Arbeitsalltag, nicht im Offsite. Es funktioniert in kleinen Einheiten, die direkt auf ein konkretes Problem einzahlen. Und: Wiederholung ist wichtiger als Vollständigkeit. Nicht das große Ganze zählt, sondern die direkte Anwendbarkeit und schnelle Verfügbarkeit. Wie beim Eiskunstlauf: Technik verstehen, stückweise aufbauen, regelmäßig trainieren, Feedback bekommen – bis es sich automatisiert.

4

Keine separate Lernplattform – Impulse in bestehende Tools bringen

Eine zentrale Erkenntnis aus den letzten Jahren E-Learning: Separate Plattformen, auf die man sich extra einloggen muss, funktionieren nicht. Lernen muss dort stattfinden, wo die Menschen ohnehin schon arbeiten – in Teams, im E-Mail-Postfach, in den Tools des Alltags. Klingt banal, hat aber weitreichende Konsequenzen: Es geht nicht darum, noch ein System einzuführen, sondern die bestehende Arbeitsumgebung mit Lernimpulsen anzureichern. Niedrigschwellig, ohne extra App, ohne Hürde.

5

Impact Booster: Micro-Impulse über 10 Wochen

Ute Nunnenmacher und Vanessa Meister haben mit dem „Impact Booster" ein konkretes Format entwickelt: 10-Wochen-Programme zu Themen wie Führung, Meetings, psychologische Sicherheit oder Resilienz. Kleine, kompakte Impulse kommen per E-Mail oder Teams direkt in den Arbeitsalltag – 5 Minuten lesen, ein paar Minuten nachdenken, direkt umsetzen. Multimedial: Text, Audio für unterwegs, visuelle Poster als Reminder. Die Erfahrung zeigt: Die Präsenz des Themas steigt deutlich, es entsteht Experimentierfreude und ein Ansteckungseffekt – wenn die Kollegin ihre Meetings anders gestaltet, probiert man es selbst auch aus.

Handlungsimpulse

  • Überprüfe eure letzten drei Trainings: Gab es nach dem Training strukturierte Wiederholungen oder Transferimpulse – oder war das Training der Endpunkt?
  • Identifiziere ein Format in eurem Alltag (Teammeeting, Jour fixe, Wochenmail), in das sich ein kurzer Lernimpuls einbauen lässt – und probiere es eine Woche lang aus.
  • Nimm ein konkretes Thema aus dem letzten Training und formuliere daraus drei 5-Minuten-Impulse, die du per E-Mail an dein Team schicken kannst – jeweils mit einer kleinen Umsetzungsaufgabe.

Key Takeaways

  • Lernen wirkt nicht im Training, sondern danach – die Umsetzung im Alltag ist der Schlüssel.
  • Wiederholung ist wichtiger als Vollständigkeit. Kleine, konkrete Impulse schlagen große Foliensätze.
  • Lernimpulse müssen in die bestehende Arbeitsumgebung integriert werden – keine separate Plattform, kein Extra-Login.
  • Der Ansteckungseffekt im Team macht aus einzelnen Verhaltensänderungen echte Kulturveränderung.

Reflexionsfragen für deinen Alltag

  • Wann hast du zuletzt etwas aus einem Training im Alltag bewusst angewendet – und was hat den Transfer erleichtert oder verhindert?
  • Wo gibt es in eurem Unternehmen bereits Formate, in die man kurze Lernimpulse einbauen könnte, ohne etwas Neues zu erfinden?
  • Wie würdet ihr reagieren, wenn ihr statt eines zweitägigen Offsites zehn Wochen lang jede Woche einen 5-Minuten-Impuls bekommt?

Präsentation

Impact Booster – Lernen im Alltag verankern

PDF-Präsentation · 17 Slides

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