Mitgründer & Geschäftsführer, DearEmployee · CFO, OPTIMAL SYSTEMS
Dr. Daniel Fodor ist Mitgründer und Geschäftsführer der Software DearEmployee, einer Ausgründung der Freien Universität Berlin. Mit seinem Team hat er bereits über 800 Organisationen dabei unterstützt, mentale Gesundheit, Motivation und Mitarbeiterbindung zu messen und gezielt zu verbessern.
Sven Sauerland ist als CFO Mitglied der Geschäftsleitung von OPTIMAL SYSTEMS am Standort Konstanz. In seinen Verantwortungsbereich gehört u. a. auch der Geschäftsbereich Human Resources. Der Standort ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen – eine Verdoppelung der Mitarbeitenden galt es nicht nur im Recruiting zu meistern, sondern den Erfolg in der Mitarbeiterführung zu skalieren.
Die jährlichen Workplace Insights von DearEmployee zeigen klar: Fehlende Entwicklungschancen und mangelnde Innovationskompetenz des Arbeitgebers sind die Top-Faktoren, die Beschäftigte zur Kündigung bewegen. Für den Mittelstand ist das Chance und Risiko zugleich: Klassische Karriereleitern kann ein 70-Personen-Standort nicht bieten. Aber Entwicklung innerhalb der Rolle, wechselnde Aufgaben und die Schlagkraft kleiner Einheiten bei Innovation – das geht. Der Schlüssel: nicht von oben anordnen, sondern über anonymes Feedback messen, was Mitarbeitende wirklich brauchen.
Bei OPTIMAL SYSTEMS ist die jährliche Befragung kein PDF, das in der Schublade verschwindet – sondern ein operatives Führungsinstrument. Jede Führungskraft hat Zugang zum Dashboard und sieht die Ergebnisse ihres Teams. Der Dreiklang: Leistungsfähigkeit (mentale Gesundheit), Leistungsbereitschaft (Motivation) und Bindung. Ein Auswertungsalgorithmus identifiziert automatisch Risiken, Potenziale und Ressourcen – nicht nur für HR, sondern für jede Abteilungsleitung direkt nutzbar.
Die größte Gefahr nach einer Befragung: die Assessment-Action Gap – viel erheben, nichts tun. OPTIMAL SYSTEMS begegnet dem bewusst mit kleinen Maßnahmen. Beispiel: Die Befragung ergab einen hohen Informationsbedarf zwischen Abteilungen. Die Lösung? Vier Mal im Jahr eine interne Info-Veranstaltung, bei der jede Abteilung berichtet – kostet kein Geld, nur anderthalb Stunden. Ergebnis: deutlich bessere Informationslage. Nicht der große Wurf zählt, sondern konsequente kleine Stellschrauben, die sich beim nächsten Messzyklus überprüfen lassen.
Beim Wachstum von 40 auf 70 Mitarbeitende kristallisierte sich über die Befragung ein Thema heraus, das die Geschäftsleitung selbst nicht auf dem Schirm hatte: wahrgenommene Unfairness bei Gehältern. Manche waren länger da, andere näher dran, wieder andere empfanden fehlende Transparenz. Die Maßnahme: Gehälter an Leistungskriterien knüpfen, Gehaltserhöhungen an nachvollziehbare Regeln binden – transparent für alle. Das zeigt: Anonymes Feedback deckt Dinge auf, die im direkten Gespräch nie so deutlich werden würden.
Sven Sauerlands Takeaway nach zehn Jahren: Retention heißt nicht, dass niemand kündigt. Das wäre unrealistisch und passt nicht zur Lebensrealität. Retention heißt: Wenn ein Mitarbeitender auf dem Höhepunkt seiner Produktivität nur ein Jahr länger bleibt, ist das der echte Gewinn – weil Recruiting teuer ist, Einarbeitung bindet und Wissen verloren geht. Retention ist kein Projekt mit Enddatum, sondern ein kontinuierlicher Prozess mit kleinen Anpassungen, dauerhaftem Messen und ehrlichem Hinterfragen.
Live-Demo der DearEmployee-Plattform
Diese Session wurde als Live-Demo durchgeführt – es gibt keine Präsentation zum Download.