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Open Space – Eigene Fragen, offener Austausch, Community-Impulse

14:40 – 15:20 Uhr Open Space Format Open Space · Verschiedene Räume
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Open Space Format

Teilnehmende bringen eigene Themen ein

Im Open Space bestimmen die Teilnehmenden die Agenda. Eigene Fragen, Herausforderungen und Ideen werden in kleinen Gruppen diskutiert. Am Ende stellt jede Gruppe ihre zentralen Ergebnisse vor.

Darum geht's

Im Open Space haben die Teilnehmenden sechs Themen eingebracht und in Kleingruppen diskutiert. Die Ergebnisse wurden anschließend im Plenum vorgestellt.

Zentrale Ergebnisse aus den Gruppen

1

HR als Role Model – Wow-Momente erzeugen

Damit HR als Vorbild für die digitale Transformation wirkt, braucht es ein Mindset, das bisherige Grenzen hinterfragt: Nur weil es fünf Jahre keine Lösung gab, heißt das in Zeiten von KI nicht, dass es keine gibt. Gleichzeitig müssen Ängste wahrgenommen werden. Der Schlüssel: Wow-Momente schaffen – interne Kunden mit smarten Lösungen überraschen. Beispiel: ein KI-gestützter Agent, der Fragen zu Betriebsvereinbarungen in Echtzeit beantwortet, statt tagelange Recherche zu erfordern. Wer Routinetätigkeiten automatisiert, gewinnt Zeit für das, was zählt: Beziehungen, Karriereentwicklung und Aufklärungsarbeit.

2

Transformation trotz Widerstand – einfach machen

Diese Gruppe teilte offen Erfolge, Lessons Learned und Fuck-Ups. Die zentrale Erkenntnis: Nicht regulierte Bereiche sind Freiräume – und die darf man nutzen. Wer etwas ausprobiert und Kritik bekommt, darf nicht gleich aufgeben, sondern nachjustieren. Ein „Nein" ist kein Ende, sondern ein „nicht so". Statt großer Transformationskonzepte: klein anfangen, Erfolge feiern, weitermachen. Auch die Sprache spielt eine Rolle – Buzzwords wie „New Work", „Transformation" oder „agil" lösen Abwehr aus. Besser: Begriffe selbst definieren und mit Inhalt füllen. Der pragmatische Ansatz: eine „Koalition der Willigen" bilden, die Stillen mitnehmen – und die Bockigen erst mal bockig sein lassen.

3

Kann KI Führung ersetzen?

Die Gruppe unterschied klar zwischen Management und Leadership. Ergebnis: KI kann viele Management-Aufgaben übernehmen – Struktur, Organisation, regelbasierte Entscheidungen. Was bleibt beim Menschen: Empathie, Vision, Befähigung, Teamzusammenhalt und Verantwortung. KI kann Entscheidungen vorbereiten, aber die meisten wollen, dass am Ende ein Mensch entscheidet. In einer Abstimmung konnten sich drei Teilnehmende vorstellen, komplett von KI geführt zu werden – die Mehrheit sieht KI als Unterstützung, nicht als Ersatz. Der Konsens: Führungskräfte sollten sich auf Leadership-Themen konzentrieren und Management-Aufgaben an KI abgeben.

4

Mindset verändert sich durch Erfahrung – nicht durch Kurse

Wie entsteht ein neues Mindset? Nicht durch Elektroschocks und nicht durch Seminare – sondern durch wiederholte positive Erfahrungen. Drei Bedingungen dafür: ein Schutzraum, in dem nichts Schlimmes passieren kann, ein Umfeld auf Augenhöhe ohne Bewertung, und das Erleben von Selbstwirksamkeit. Daraus entstehen Erfolgserlebnisse. Konkrete Formate: BarCamps, World Cafés, Lean Coffee, Lightning Talks, Liberating Structures – oder ganz niedrigschwellig: im nächsten Teammeeting berichten, was man gelernt hat. Die These: Wer bestimmte Erfahrungen immer wieder macht, überträgt sie irgendwann automatisch in den Arbeitsalltag.

5

Keine Angst vor Angst

Die Gruppe unterschied zwei Arten von Angst: Angst vor der Digitalisierung als Person (Was wird aus meinem Job?) und Angst in der Anwendung (Mache ich etwas falsch?). Beide sind berechtigt – und beide werden zu oft bewertet statt ernst genommen. „Macher" werden gefeiert, wer Ängste zeigt, gilt als Bremser. Dabei schützt uns Angst: „Angst ist unsere beste Freundin, weil sie uns beschützen möchte." Der Ansatz: Angst als Potenzial begreifen, psychologische Sicherheit schaffen, in kleinen Schritten anfangen. Positive Erfahrungen durch „Botschafter" weitertragen, die zeigen, dass es funktioniert. Und als Führungskraft: Emotionskompetenz aufbauen, Signale erkennen, Raum für Gefühle schaffen.

6

HR und Innovation – eine unterschätzte Verbindung

Kann HR das Unternehmen innovativer machen? Diese Gruppe sagte klar: Ja – denn viele Instrumente für Innovation liegen bereits in HR-Händen. Organisation, Prozesse, Kommunikation, Bildung und Weiterbildung, Wissensmanagement, Befragungskompetenz – all das sind Hebel, die HR schon heute nutzen kann. Konkrete Ansätze: Jahresthemen durch die Organisation treiben, Hackathons organisieren, cross-funktionale AGs aufsetzen, regelmäßig über Innovationsthemen kommunizieren. Was es dafür braucht: Methodik, Budget und das Vertrauen der Geschäftsführung. Wichtig dabei: Innovationsarbeit muss regelmäßig und strukturiert passieren – nicht als einmaliges Projekt, sondern als fortlaufender Prozess, der sich selbst verbessert.

Handlungsimpulse

  • Suche in deiner Organisation einen nicht regulierten Bereich – und nutze den Freiraum für ein kleines Experiment mit KI oder neuen Arbeitsweisen.
  • Teste ein niedrigschwelliges Austauschformat in deinem Team: Lean Coffee, Lightning Talks oder einfach 10 Minuten „Was habe ich diese Woche gelernt?" im nächsten Teammeeting.
  • Frage dich ehrlich: Wie reagierst du, wenn jemand Angst vor Veränderung äußert – bewertest du es oder nimmst du es an? Schaffe einen Raum, in dem Ängste offen ausgesprochen werden dürfen.

Key Takeaways

  • HR wird zum Role Model, wenn es Wow-Momente schafft – nicht durch Konzepte, sondern durch erlebbare Lösungen.
  • Transformation gelingt durch Machen, nicht durch Masterplan: klein anfangen, Freiräume nutzen, aus Fehlern lernen.
  • KI kann Management-Aufgaben übernehmen – Leadership bleibt menschlich: Empathie, Vision, Verantwortung.
  • Mindset verändert sich durch wiederholte positive Erfahrungen in geschützten Räumen – nicht durch Seminare.
  • Angst ist kein Hindernis, sondern ein Signal: ernst nehmen, Raum geben, in kleinen Schritten abbauen.
  • HR hat die Instrumente für Innovation bereits in der Hand – Methodik, Budget und Vertrauen sind der Schlüssel, um sie zu nutzen.

Reflexionsfragen für deinen Alltag

  • Wo gibt es in deiner Organisation Freiräume, die niemand nutzt – und was könntest du dort einfach mal ausprobieren?
  • Welche Routineaufgabe in deinem HR-Bereich könnte KI übernehmen – und was würdest du mit der gewonnenen Zeit tun?
  • Wann hast du zuletzt in einem geschützten Rahmen etwas Neues ausprobiert – und wie hat sich das angefühlt?